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Über das Labor

Das Labor für Chemische Prozesstechnik beschäftigt sich mit der Erforschung und Lösung chemisch-verfahrenstechnischer Problemstellungen mit der Verbindung von experimentellen Methoden und Modellierung auf Basis angewandter chemischer Thermodynamik, Transportprozesse und Stoffdaten. Aktuelle Schwerpunkte liegen insbesondere im Bereich Gastrennprozesse für eine nachhaltige Energie- und Wasserstoffwirtschaft, CO2-Nutzung und Umweltanwendungen.

Aktuelles

Lehre

Im Labor für Chemische Prozesstechnik finden Praktika in Grundlagen der Chemie, Bauchemie, physikalischer Chemie, analytischer Chemie sowie Umwelt- und instrumentelle Analytik statt. 

Neben allgemeinen Methoden der Chemie, nasschemischen Verfahren und Synthesen wird u.a. die Maßanalyse mit modernen Titrationsystemen, elektrochemische und photometrische Spurenanalytik vermittelt.

Forschung

Das Labor für Chemische Prozesstechnik forscht zu folgenden Themen:

  • Thermische und chemische Verfahrens-/Prozesstechnik mit Schwerpunkt in den Bereichen Adsorption, Gastrennprozesse und Kristallisationsverfahren sowie Anwendungen in der Umweltverfahrenstechnik
  • CO2-Abscheidung, Speicherung und stofflichen Nutzung mit Wasserstoff in CCS/CCU-Prozessen für eine nachhaltige Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft
  • Angewandte chemische Thermodynamik und Transportprozesse, Mehrphasen- und Elektrolytthermodynamik, fest-flüssig-Gleichgewichte

Aktuelle Projekte und Forschungsvorhaben

MiPla

(Miniaturisierte Plasmaquellen für Anwendungen in der chemischen Analytik und Synthese) 

MiPla wird mit Hilfe der Mikrosystemtechnik kleinste Vorrichtungen zur Plasmaerzeugung (Mikroplasmaquellen) bei Atmosphärendruck realisieren, die bereits bei geringer elektrischer Leistungsaufnahme eine hohe Effizienz bei der Plasmaerzeugung ermöglichen. Mit diesen Mikroplasmaquellen wird ein Plasmareaktor aufgebaut, der in Experimenten zur Untersuchung und Optimierung der Plasma-Katalytischen CO2-Konversion zum Einsatz kommen soll. 

Im Bild von links: Prof. Keil, Prof. Schreiner, Prof. Kaulen (Foto: OTH/Tran)

Förderung: BMBF (HAW ForschungsPraxis)

Fördersumme: 1,9 Mio Euro (gesamt)

Projektpartner OTH: Prof. Dr.  Rupert Schreiner (Projektleitung), Prof. Dr. Corinna Kaulen, Prof. Dr. Philipp Keil

Kooperationspartner: Relyon Plasma, Leibnitz Institut für Plasmaforschung und Technologie, Cluster Nanotechnologie Bayern

Industriekooperationen

Das Labor für Chemische Prozesstechnik forscht in enger Kooperation mit der Industrie - sowohl in öffentlichen Förderprojekten als auch in Form von Auftragsforschung oder Vorstudien für Forschungsanträge. Bei Interesse sprechen Sie bitte die Laborleitung an. 

Laborausstattung

Experimentelle & digitale Infrastruktur

  • Chemisches Labor:

    • 16 Praktikumsplätze
    • 4 Abzüge
    • Reinstwasser 
    • Gaseversorgung (Druckluft / N2 / CO2 / H2 sowie Spezialgase)

    Analytiklabor:

    • 2 Vorbereitungslabore
    • Gaseversorgung im Reinraum: Druckluft, N2, CO2, He, synthetische Luft und Spezialgase

  • SCADA-nahe Mess-, Steuer- und Datenerfassungssoftware für Labor- und Technikumsanlagen (Python-Eigenentwicklungen & LabVision®)

    CAE- und Simulationsumgebung für verfahrenstechnische Fragestellungen mit AspenTech®, MATLAB® und ANSYS®

    Dynamische Modellierung von Adsorptions- und TSA-Prozessen

    Isothermenauswertung, Parameteridentifikation und datenbasierte Prozessanalyse


Versuchsanlagen

  • Einzeladsorber im erweiterten Labormaßstab mit doppelwandiger Metallkolonne

    Temperaturgeregelter Betrieb über Huber Kiss K6 Thermostat

    Quasi-adiabater Betrieb mittels vakuumisoliertem Mantelraum

    Untersuchungen unter Vakuum- und Druckwechselbedingungen

    Gasmischeinheit für bis zu vier Gasmischungen inkl. Spurenanalytik

    Verdampfereinheit zum Befeuchten des Gasstroms

    SCADA-naher automatisierter Anlagenbetrieb

    Zyklische Performance Bewertung an unterschiedlichen Sorbentien

    Desorptions- und Regenerationsversuche unterschiedlicher Sorbentien

    Arbeitsbereich: 1-11 bar(a), -25 °C bis 250 °C

     


  • Schnelltest für zyklisch-thermische Adsorbentienstabilität

    Rührkesselreaktor bis 5 L

    Verbrennungskalorimeter (IKA C2000, IKA C200)


  • Simultanes Material Screening von mehreren unterschiedlichen Sorbentien

    Untersuchung des dynamischen Sorptionsverhalten aus Gasen und zur katalytischen Gasreinigung

    Gassorptions-Apparatur mit Ofentemperierung

    Gasmischeinheit für binäre und ternäre Gasmischungen im Bereich ppm – 100%

    Befeuchtung mit Wasserdampf, organische Lösungsmittel

    flexible Ad-/Absorber und Reaktoren

    Gassorptions-Apparatur mit doppelwandiger, thermostatisierter Kolonne

    (neues Foto, TyraNOx Gehäuse)

    Metallfreie Umsetzung für toxische / korrosive Gase

    Gasmischeinheit für bis zu fünf Gasmischungen im Bereich ppm – 100 %


Analytik

  • BET-Oberfläche und Adsorptionscharakterisierung

    BET-Oberfläche / Porengröße / Adsorptionsisothermen

    Die BET-Analyse (nach Brunauer, Emmett und Teller) ist ein zentrales Messverfahren zur Bestimmung der spezifischen Oberfläche von porösen Festkörpern mittels Gasadsorption bei verschiedenen Temperaturen. Sie misst die adsorbierten Gasmoleküle, um Rückschlüsse auf Oberfläche, Porengröße und Porenvolumen zu ziehen, was für Katalysatoren, Pigmente und pharmazeutische Stoffe entscheidend ist.

    Messsystem

    • Sorptionsgerät: Belsorp MINI X (Microtrac Retsch GmbH)
    • Hochpräzise volumetrische Gasadsorption zur Analyse von Mikro- und Mesoporen

    Prozessdaten

    • Temperaturbereich: ca. 77 K (LN₂) bis 473 K (mit Heizoption)
    • Druckbereich: 0 – 1 bar (a) (je nach Gas und Messmodus)
    • Messgenauigkeit Druck: im mbar-Bereich
    • Probenmasse: typischerweise 50–500 mg
    • Automatische Lecktests und Hintergrundkorrekturen

    Messleistungen

    • Bestimmung der spezifischen Oberfläche (BET-Methode)
    • Messung von Adsorptionsisothermen verschiedener Sorbate:
           N₂ bei 77 K (Standard für BET-Oberfläche); CO₂ bei 273–298 K (Mikroporenanalyse); Weitere Gase (Ar, Kr, CH₄ etc.)
    • Vergleich unterschiedlicher Sorbentien möglich

    Messmöglichkeiten / Ausstattung

    • Thermostatierte Messzelle inkl. drei Probenports
    • Vakuumsystem zur Probenvorbehandlung
    • Automatische Gasdosierung und Druckregelung
    • Softwaregestützte Auswertung (BET, Langmuir, t-Plot, BJH, DFT)
    • LN2-Dewar für Messungen bei 77K
    • Wasserbad: 263 K – 343 K & Heizer: 323 K – 723 K
    • Probenröhrchen in verschiedenen Volumina
    • Gasanschlüsse und Verteiler für verschiedene Reinstoffgase

    Visualisierung & Dokumentation

    • Erstellung von Isothermen-Diagrammen und Auswertung in separatem Programm BELMaster
    • Beispiel: CO₂-Isothermen an Lewatit-Sorbent bei 50°C und 70°C

    • Spektrometrie: UV/Vis-Photometer, FT-IR, IR-Mikroskop
    • Gaschromatographie: GC/MS, Headspace-GC
    • Gasanalysatoren (NOx, CO, CO2, Ozon)
    • 6 automatisierte Titrator-Stationen mit unterschiedlichen Arbeits- und Referenz-Elektroden
    • Feuchtebestimmung
    • TOC/TIC/TC-Analysator
    • Graphitrohrofen-AAS für Schwermetall-Spurenanalytik
    • Ionenchromatographie
    • Wasser- und Abwasseranalytik, u.a. Multiparameter-Photometer, pH-Wert, Leitfähigkeit
    • nasschemische und maßanalytische Untersuchungen nach gängigen Normen und Richtlinien, z.B. in der Wasser-/Abwasser- und Baustoffanalytik

Team

Leitung: Prof. Dr.-Ing. Philipp Keil

Lehrkraft für besondere Aufgaben: Dr. Eva-Christina Rosenhammer

Werkmeister: Thomas Zimmerer 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Doktorandin: Karmen Alkildani

Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Doktorandin: Sabrina Schweiger

Wissenschaftlicher Mitarbeiter / Doktorand (Adsorptionstechnologie / CCSU): Emir Osmic, M.Sc

Wissenschaftlicher Mitarbeiter / Doktorand (Modellierung von Adsorptionsprozessen / CCSU): Dennis Neu, M.Sc.

Standort

Labor für Chemische Prozesstechnik

Galgenberg Str. 30

Gebäude I

Räume: I002, I004

Lageplan